Meeresschildkröten

Meeresschildkröten - von Tauchern geliebt und vom Aussterben bedroht

Die Meeresschildkröten findet man in allen tropischen und subtropischen Meeren. In kalten Gewässern dagegen nicht. Sie haben sich vor Millionen Jahren von den Landschildkröten abgespalten. Sind aber immer noch mit diesen verwandt.
Sie leben ständig im Meer und die Weibchen kommen nur zur Eiablage an Land. Die Männchen verlassen das Meer nie. An Land bewegen sich die weiblichen Meeresschildkröten sehr schwerfällig und langsam. Sie legen dazu keine weiten strecken zurück. Sondern kriechen an dem Strand an dem sie als junge Schildkröte geschlüpft sind  an Land. Dort robben sie mühsam bis kurz über die Gezeitenzone. Graben mit ihren Vorderpfoten ein halbmeter tiefes Loch in den Sand in den sie dann ihre weichschaligen Eier fallen lassen. Danach schaufeln sie das Loch zu, glätten die Oberfläche und kriechen erschöpft zurück ins Meer.
Die Eier werden gerne von Waranen ausgegraben und gefressen. Leider auch von Menschen. Denn die Schildkröteneier gelten in Asien als Delikatesse und als potenzsteigernd! Die jungen Meeresschildkröten schlüpfen fast immer in der Nacht. Denn auf dem kurzen Weg zum rettenden Wasser lauern Gefahren durch Raubvögel und Warane. Und im Wasser warten schon die nächsten hungrigen Mäuler auf die leckeren Jungtiere! Nur wenige Exemplare aus einem Gelege erreichen die Geschlechtsreife.

Meeresschildkröte in der Abenddämmerung Schildkröte frißt Blasenkoralle Wer bist Du denn
     
Meereschildkröte in Höhle Schildkröte in Koh Dork Mai - Phuket Schildkröte im Anflug
Ein großer Feind der Meeresschildkröten sind Fischernetze. Einmal darin verheddert schafft es kaum eine Schildkröte sich daraus zu befreien. und ertrinkt jämmerlich. Sie muss ja zum Atmen an die Wasseroberfläche. Gelingt es ihr doch dann schleppt sie meistens Teile des Netzes mit sich herum die sich in ihrem Panzer verfangen haben.
Die 2 Bilder links zeigen Verletzungen an Panzer und Hinterlauf einer Schildkröte die wir 2012 von den Resten eines Netzes befreiten in welches das Tier verfangen hatte. Da war leider schon für schlimme Verletzungen gesorgt. Gleiches erlebte ich in den 90er Jahren mit Tauchkameraden in Spanien.
Schildkröte im Riff Meeresschildkröte von vorne Meeresschildkröte und Taucher
Schildkröte frißt Weichkoralle Meeresschildkröten sind Allesfresser. Pflanzen, Weichkorallen, Fische, Quallen, Krebse, Muscheln oder Aas - egal, es wird verzehrt. Lieblingsspeise sind Blasenkorallen. In diese beißen die Tiere mit sichtlicher Begeisterung. Reißen Stücke heraus und schwimmen zur nächsten Blasenkoralle weiter. Nesseltiere stören sie nicht. Sie verzehren auch unter heftigem Protest von Clownsfischen auch Anemonen  und berauben Nemo damit seines Heimes.
Ihre Fressgier hat auch Nachteile. Oft vergreifen sie sich an Plastiktüten die im Ozean und fressen den Kunststoff in der Meinung eine leckere Qualle vor sich zu haben.
Schildkrötenkopf
Meeresschildkröte von unten Sabine Vogt mit ihrer Schildkröte welche sie vor dem Ertrinken gerettet hat Ein weiteres Übel sind Seepocken. Sessile Krebse  welche sich überall festsetzen wo harter Untergrund ist. Egal ob Felsen, Brückenpfeiler, Schiffsrumpf oder eben Schildkrötenpanzer. Die Tiere können an Panzer und Extremitäten so davon überkrustet werden dass sie die Gelenke ihrer Beine nicht mehr beugen können. Die Haut unter dem überkrusteten  Seepockenpanzer bricht und letztendlich verendet die Schildkröte.
So schlimm kommt es allerdings selten. Aber man findet oft Schildkröten mit mehreren Seepocken auf dem Rücken oder Bauch.
Meeresschildkröten sind vom Aussterben bedroht. Deshalb arbeiten in Thailand Parkbehörde und die königliche Marine zusammen. Ranger stülpen korbartige Abschirmungen über die Gelege. Das hält Warane davon ab nach Eiern zu graben. Die frisch geschlüpften Jungtiere werden von Rangern gesammelt und  der Marine übergeben. Die bringt sie auf das Festland. wo sie über die ersten drei Monate (die gefärlichsten im Leben einer Schildkröte) in Becken aufgezogen werden. Danach entlässt man sie ins Meer. Das schon lange laufende Programm zeigt Erfolg. Man sieht jetzt in Westthailand wesentlich öfters Schildkröten als früher. Meeresschildkröte in Koh Hah - Thailand Meereswschildkröte unterwegs
Dany Kehr mit Schildkröte Meeresschildkröte vor Gorgone Meeresschildkröte beobachtet Taucher
In den beiden Bildern rechts eine Schildkröte die wir seit ungefähr fünf Jahren beobachten. Das linke Vorderbein wurde ihr kurz bevor wir sie das erste Mal in Koh Dork Mai sahen wahrscheinlich von einer Bootsschraube amputiert. Die Wunde war noch am Verheilen. Die Schildkröte hatte zu der Zeit noch nicht gelernt sich mit nur drei Beinen vernünftig vorwärts zu bewegen. Sie schwamm torkelnd und meist im Kreis.  Im Lauf der Monate verbesserte sich ihr Schwimmstil. Und jetzt bewegt sie sich völlig normal Aber man sieht immer nach den Stumpf unter der Haut zucken wenn man ihr begegnet. amputierte Meeresschildkröte  dreibeinige Meeresschildkröte 
Blick nach oben  Meeresschildkröte mit Tauchern  Noch eine Bitte an Schildkröten Liebhaber. Meeresschildkröten haben normalerweise keine Scheu vor Menschen. Man kann sie in Ruhe beobachten und fotografieren. Wenn man sich langsam bewegt und ruhig atmet ist es kein Problem sich einer Schildkröte auf Zentimeter zu nähern.
Aber man sollte sie nicht anfassen! Einmal falsch berührt oder gar festgehalten ist diese Schildkröte für den Rest ihres Lebens für Taucher nicht mehr verfügbar. Sobald sie einen sieht flieht sie panisch.
Ausnahme natürlich wenn man sie aus einem Netz befreien will. Aber Vorsicht, in ihrer Angst beißen sie.

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